Smart Contract

Smart Contracts sind an Token geknüpfte Computerprotokolle, über die vertragliche Vereinbarungen automatisiert und besonders sicher abgebildet werden können. Sie bilden die Rechte und Pflichten eines gesetzlichen Vertrages ab und werden durch Token dargestellt.

Smart Contracts ermöglichen eine dezentrale Ausführung von „Verträgen“.

Die digitalen Verträge werden als ausführbare Programme programmiert, die bei Eintritt einer bestimmten (vordefinierten) Bedingung automatisch überprüft und ausgeführt (also „erfüllt“) werden. Ein solches Ereignis kann beispielsweise eine Transaktion zwischen zwei Parteien sein, oder ein Genussrecht. Im Smart Contract weden dabei sämtliche Vereinbarungen hinterlegt, sowie die Anzahl der Tokens und ihr jeweiliger Gegenwert. Erfolgt etwa eine Dividendenausschüttung oder Zinszahlung, so erhält jeder Tokenhalter den ihm (prozentual) zustehenden Betrag in Coins (also beispielsweise Ethereum) anteilig ausgezahlt.


Ein Token ist in diesem Fall mit einem Wertpapier vergleichbar, also mit dem Recht an der Partizipation an den Gewinnen, Ausschüttungen, etc, während ein Coin sich mit dem Vermögenswert dahinter vergleichen lässt, also dem Pendant zu US Dollar, Euro, oder Gold. (Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.

Im Bereich der Blockchain laufen Smart Contracts üblicherweise über den „Ethereum Request for Comments“-20 Token Standard, kurz: ERC-20. Da Smart Contracts komplett digitale abgebildet und umgesetzt werden, muss für ihre Überprüfung und Ausführung keine Person oder dritte Instanz eingeschaltet werden. Somit fallen Smart Contracts unter die End-to-End Verschlüsselung.

Automatisieren Sie mithilfe von Smart Contracts kostspielige Prozesse, von der Dividendenausschüttung bis zum Onboarding von Investoren – sicher und ohne Intermediäre.


Im Finanzmarktgeschäft eignen sich Smart Contracts besonders für das Transaction Banking sowie das Emissionsgeschäft. Bisher finden sie ihren Einsatz vor allem in den Bereichen Trade Finance und Syndicated Loans. Weitere Anwendungsbereiche umfassen u.a. Zins- und Tilgungszahlungen, Kaufpreisnachlässe oder Gutschriften. Und auch im Versicherungsbereich sind Smart Contract ein herovrragendes Instrument, um etwa eine automatische Anpassung von Versicherungsprämien in Abhängigkeit von der Schadenshistorie zu gestalten. In Zukunft werden Smart Contracts zudem eine tragende Rolle für die Kreditwürdigkeits- und Bonitätsprüfung spielen, denn sie gewährleisten eine hohe Sicherheit und Datenschutz und schaffen Vertrauen, ohne dass die beiden Geschäftsparteien einen Einblick in ihre „Bücher“ bzw. ihr Konto gewähren müssen.

Doch auch in anderen Branchen werden Smart Contracts zunehmend gewöhnliche Verträge ablösen. So kann etwa ein Mietvertrag sofort abgewickelt werden und die klassische „Wenn-Dann“-Abfolge ersetzen: Üblicherweise muss ein Mieter zunächst eine Schufa-Auskunft einfordern und an den Vermieter übermitteln, dann müssen beide Parteien den Mietvertrag unterzeichnen (was eine Weile dauern kann und oft postalisch erfolgt), bevor der Mieter die Kaution und erste Miete überweist und im Anschluss die Wohnungsschlüssel erhält. Mit Smart Contracts wird dieser zeit- und kräftezehrende Ablauf von mehreren Wochen auf wenige Minuten reduziert.

Wie wird ein Smart Contract ausgeführt?

Smart Contracts werden auf Blockchains wie Ethereum selbst als Accounts behandelt, die autonom agieren – ohne dass einzelne Individuen Zugriff auf die auszuführenden Aktionen haben und etwa manuell einzelne Aktionen unterbrechen oder eine der beiden Parteien betrügen können. Stattdessen ist der Account (der Programmcode, bzw. eine  Sammlung von programmierten Anweisungen) für alle Berechnungen, Durchführungen, Transaktionen und Speicherungen zuständig. Insofern sind Smart Contracts nur so sicher, bzw „fehlerfrei“ wie ihr Programmcode. Es gilt also das Prinzip „Code is Law“.

Wie verlässlich sind Smart Contracts?

Vorausgesetzt der Programmcode ist fehlerfrei sind Smart Contracts technisch betrachtet ausgesprochen sicher. Hier gilt es allerdings zwischen der virtuellen Ausführung und der rechtlichen Bedeutung in der realen Welt zu differenzieren: Auf einer Blockchain werden lediglich Informationen und auszuführende Aktionen hinterlegt. Ihre Ausführung hat deshalb aber im Streit- und Schlichtungsfall aber noch keine ultimative Rechtsgültigkeit. Das bedeutet, dass Smart Contracts zum heutigen Zeitpunkt nicht automatisch vor Gericht als Beweis dienen, um einen gewissen Anspruch nachzuweisen, sondern einer individuellen Prüfung bedürfen.

Ähnliche Begriffe

ERC-20-Token (Smart Contracts)

ERC-20-Token (auch bekannt als Smart Contracts) sind standardisierte/vereinheitlichte Token die auf der Ethereum-Plattform basieren.

ERC-721-Token (NFT)

ERC-721-Token sind nicht-fungible Token (NFT) die auf Ethereum basieren.

Security Token

Ein Security Token (auch „Equity Token“ oder „Investment Token“) ist ein kryptographischer Token, der an einen Wert bzw. ein Wertpapier gebunden ist.

Kryptowährung

Kryptowährungen (auch Currency Token) sind digitale (Quasi-)Währungen, die auf kryptographischer Absicherung basieren.